1928 Empfangsgebäude

…. von 1928 im Bauhausstil

Am 14.Oktober 1925 faßten die Organe der Luftverkehr Württemberg A.G. den Beschluß, ein neues, ausreichend großes Verwaltungsgebäude zu erstellen.

Baubeginn

Baugrube

Links das Empfangsgebäude im Bau. Mittlerweise wurde die neue Flugzeughalle (rechts davon) 1927 erstellt

 

BB-Flughafen 1927 Bau BB-Flughafen 1927 Bau_2

Tower im Bau

Der Luftverkehr in Württemberg hatte sich so gesteigert, dass der Flughafen Stuttgart-Böblingen in  Deutschland die sechste Stelle einnahm. So entschloß sich der Aufsichtsrat, gemäß dem Antrag des Vorstandes, auf dem eigenen Grundstück der Gesellschaft für den Abfertigungsdienst ein neues Gebäude zu erstellen, nachdem alle Erwägungen, durch An-und Umbauten ein erweitertes Provisorium zu schaffen, im Hinblick auf die weitere Entwicklung verworfen werden mußten. Eingereichte Planungsunterlagen lagen von den Architekturbüros Barthle und Döcker, beide Stuttgart vor, wobei man sich für Barthle enttschied. Die Arbeiten wurden nach den im Frühjahr 1927 von dem Baubüro der Gesellschaft (Architekt Barthle) fertiggestellten Bauplänen im Benehmen mit dem städtischen Hochbauamt Stuttgart (Architekt Mäckle BdA) und der staatlichen Bauberatungsstelle (Prof. Keuerleber) ausgeführt. Das Gebäude wurde direkt an bestehende angebaut. Der schlechte Untergrund verteuerte die nach den Berechnungen von Prof. Kintzinger Stuttgart ausgeführte Fundation sehr.

Das Flughafen-Verwaltungsgebäude (Württ. Gebäudebrandversicherung)

2.stockiges Verwaltungsgebäude von Stein und Plattform mit gemauerter Brüstung und 3.stockiger Vor-und aufbau ohne eigene Wände zwischen I.und VII. eingebaut.

    • Vorbau einstöckiger Erckervorbau von Stein unter Plattform usw.
    • UG  Keller, 1 gew. Keller, 1 Wirtschaftslokal, 1 Kühlraum, 1 Bierkeller, 1 Telefonzelle, 4 Lagerräume, 1 Heizraum und 1 Kohlenraum
    • EG 1 Vorhalle mit Treppe, 2 Kassenräume, 5 Büroräume, 1 Gepäckraum, 1 Abferti-gungsschalter, 1 Wirtschaftsraum mit Theke, 1 Küche, 1 Speisekammer, 1 Vorratsraum
    • OG 1 Schlafraum 1 Bad (später Abort), 1 Abstellraum, 1 Telefonzelle, 2 Abortanlagen und im Erker ein Büro
    • I.Stock 8 Hotelzimmer, 3 Wohnzimmer, 1 Halle ,1 Telefonzelle, 1 Aktenraum und 8 Büroräume
    • darüber Treppenhaus und Halle, 2 Abortanlagen, 1 Gartenterrasse auf dm Dach
    • 5.stockiger Turm von Stein unter Plattform mit gemauerter Brüstung 8,00 m x 8,85 m und Glasbau mit eigenen Wänden, 1 durchgängiges Treppenhaus
    • UG 1 Schenke
    • EG 1 Vorraum, 1 Abort
    • I. Stock 1 Halle
    • II. Stock 1 Halle, 1 Schenke
    • III. Stock 1 heizbares Büro
    • IV. Stock 1 heizbares Sitzungszimmer
    • darüber Vorraum und Terrasse

Das Flugzeughalle (Württ. Gebäudebrandversicherung)

1.stockige Flugzeughalle von Stein unter Pultdach 66,80 m x 22,50 m erbaut 1926/1929 umgebaut (Neue Werft) mit eigener Wand an Gebäude VII und VI angebaut mit

    • 1.stockigen Anbau von stein unter Giebeldach 5.oo m x 4,80 m
    • 1.stockigem Werkstattanbau von Stein unter Pultdach  31,00 m x 3,40 m unter eigener Wand an VIII angebaut
    • 1.stockiger Kohlenanlage von Stein unter Pultdach 10,00 m x 3,40 m

 

In der offiziellen Baubeschreibung heißt es:

Das Empfangsgebäude, 55 m lang und 12 m bzw. 14 m breit, wurde als Massivbau im Stil der neuen „Sachlichkeit“ erstellt. Es umfaßt 7900 m³ umbauten Raumes und besteht aus einem Untergeschoss, zwei Stockwerken und einer (später hinzugefügten) Dachterrasse. Es besitzt als Flankierung einen fünfstöckigen Turm, der für die Signalanlage bzw. Flugwache dient. Die Umfassungswände im  Untergeschoss sind betoniert; die Fundamente mussten infolge sehr schlechter Bodenverhältnisse teilweise armiert werden. Die übrigen beiden Stockwerke sind Backsteinmauerwerk, 38 cm stark. Das Erdgeschoss hat Klinkersteinvormauerung, die nicht nur den Vorzug unbegrenzter Haltbarkeit besitzt, sondern zugleich auch die übersetzten Schichten dem Gebäude seinen einzigen architektonischen Schmuck gibt.

Im Stil des Bauhauses knüpft die Architektur an die Werkbundausstellung von 1927 in Stuttgart an, bekannt durch die Weißenhofsiedlung.

Flugplatz 1928Flugplatz 1928

BB-Flughafen 1928 BET (Lämmle)

BB-Flughafen BE 1928 (Lämmle) (2)

Flughafen mit Böblingen

flughafen bb - grundriss

Plan mit den einzelnen Räumen

Detail-Informationen:  Beschreibung von 1928

Im Mittelteil des EG befindet sich die rpräsentativ wirkende Empfangshalle für die Fluggäste. Die westliche Hälfte nthällt die mit großen Schalterfenstern von der Halle getrennten Diensträume der Flugleitung, Flugwache, Postumschlagsstelle, Zollabfertigung, sowie die Gepäck-und Frachträume. Eine 2 m breite Durchfahrt in diesem Teil ermöglicht den Verkehr mit Rollwagen zu den Flugzeugen. Die östliche Hälfte dient den Fluggästen und enthält das restaurant und die Toiletten mit Bad.

Von der Empfangshalle führt eine Treppe zur Dachterrasse, welche ebenfalls bewirtschaftet wird und einen freien Blick auf den Fkugplatz und auf das malerische Städtchen Böblingen gewährt.

Im OG sind auf der westlichen Hälfte die Diensträume des Flugsicherungsdienstes, der Wetterwarte und der Flughafenverwaltung, durch eine besondere Treppe mit den Diensträumen im EG verbunden, untergebracht, während die östliche Hälfte Übernachtungszimmer mit 10 Betten in Verbindung mit dem Restaurant enthält. Der Turm dient in erster Linie für den Beobachtungsposten der Flugwache. Im UG sind Lagerräume, die Heizungsanlage, die Kühl- und Kellerräume für den Wirtschaftsbetrieb, sowie in Verbindung mit dem Restaurant eine Kellerwirtschaft als Kantine vorhanden.

Die gärtnerischen Anlagen des durch ein Pförtnerhäuschen mit Tor abgeschlossenen Vorplatzes wurden von der städtischen Gartenbauinspektion Stuttgart (Gartenbaudirektor Ehmann) ausgeführt.

Um den durchreisenden Fluggästen auf dem Flughafen Stuttgart-Böblingen die schwäbische Landeshauptstadt wenigstens im Bild zu zeigen, hat die Stadt Stuttgart in dankenswerter Weise für das Restaurant je ein Ölgemälde der beiden hervorragenden Stuttgart Kunsmaler Felix Hollenburg und Fritz Lang gestiftet.

Die Diensträume im neuen Gebäude konnten Anfang Februar 1928 in Betrieb genommen werden, während der Wirtschafts- und Hotelbetrieb zu beginn des Sommerluftverkehrs 1928 eröffnet wird.

Flughafengebäude innen

Gebäude innen

Treppenaufgang
GepäckabgabeFlughafenhotel - Speisesaal anläßlich des Zeppelin-Empfangs

 

Flughafenhotel- Speisesaal anläßlich des Zeppelin-Empfangs

Ausgang zum Flugfeld

 

 

 

 

Böblingen mit Flughafen

Flugplatz 1933 - in der Mitte des Platzes ist im Boden ein Rauchofen eingelassen. Aus den Bewegungen des Rauches konnten die Piloten Rückschlüsse auf Windrichtung und Windgeschwindigkeit ziehen

Flugplatz 1933

 

1934 wurde ein 2.Stockwerk aufgesetzt

Sicht vom Flugfeld

Sicht vom Flugfeld 2018

Sicht von der Einfahrt

Sicht von der Einfahrt 2018

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