Zeppelin 1931

… der zweite Besuch in Böblingen war am 28.Juni 1921

Schwabenfahrt

  • 191.Flug (von 590)  HINFLUG (von Friedrichshafen)
    • Friedrichshafen ab 15:.30 Uhr
    • Böblingen an 17:47 Uhr
    • Fahrtdauer 2:17 Stunden
    • gefahrene Strecke 199 km
    • durchschnittliche Geschwindigkeit 87,1 kmh
  • 192.Flug (von 590) RÜCKFLUG (nach Friedrichshafen)
    • Böblingen ab 18:30 Uhr
    • Friedrichshafen an 20:05 Uhr
    • Fahrtdauer 1:35 Stunden
    • gefahrene Strecke 173 km
    • durchschnittliche Geschwindigkeit 109,3 kmh

Aus Anlass des Besuches wurde ein Großflugtag abegehalten

Neunzehn Sonderzüge transportierten rund 27.000 Personen nach Böblingen. Nach dreiviertelstündigem Aufenthalt flog Graf Zeppelin LZ127 über Stuttgart wieder zurück nach Friedrichshafen. Von Böblingen fuhren 25 Sonderzüge wieder zurück.

Eine schöne Fotoserie:

 

Von Friedrichshafen herkommend – Tübingen (Quelle Riediger)

überfliegt Holzgerlingen (Quelle Heinz Riediger)

und nähert sich Böblingen (Quelle Riediger)

erreicht Böblingen (Quelle Riediger)

im Landeanflug (Quelle Riediger)

im Landeanflug (Quelle Riediger)

Im Anflug über das Deutsche Luftfahrt-Museum

 

Landung

Der Zeppelin ist gelandet – vorn Böblingen- im Hintergrund Sindelfingen

Der Zeppelin ist gelandet –  hinten links Böblingen

Zeppelin Abfahrt (Quelle privat)

Zeppelin Abfahrt (Quelle privat)

  • Eine Böblingerin erzählt im Briefverkehr mit ihrer Tochter vom Zeppelinbesuch.
    19. Juli 1931

„….Der Zeppelinanflug war großartig und schönes Wetter, wie man sich kein schöneres denken konnte, dieser Umtrieb, so ist es hier noch nie zugegangen, alle 10 Minuten kam ein Sonderzug von allen Seiten. Autobusse  und Autos waren bis über Vaihingen  hinaus, Ehningen, Dagersheim. Berittene Polizei. Von Mittag um 1/2 6 Uhr kam erst der Zeppelin wieder bei uns vorbei, blieb aber nicht lange hier, sondern ging nach Umkreisung wieder Friedrichshafen zu. Und dann wurden die Wirtschaften überfahren von Leuten, da muß es hergegangen sein, drunter und drüber.“

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  • Den Großflugtag am 27.Juni 1931 besuchte neben dem Graf Zeppelin LZ127 auch das damals größte Passagier- und Landflugzeug der Welt, die viermorige Junkers G38, von der nur zwei Stück gebaut wurden.

Die G38 entstand 1927 aus einer Idee Junker’s, eine Postma­schine für große Seestrecken zu bauen. Mit der finanziellen Unterstützung durch das Reichsverkehrsministe­rium plante Junkers, aufbauend auf seinen Entwürfen aus dem Jahr 1925, schlieslich den Bau einer Land- und Passagiermaschine. Eine Besonderheit u.a. war, daß in jedem Flügel je eine Passagierkabine untergebracht war, die den Passagieren eine freie Sicht nach vorn ermöglichte.Das Großflugzeug mit seinen ungewöhnlichen Ausmaßen (Länge  23m, Höhe 5m, Flügelspannweite 45m,  Flügelfläche fast 300 qm) und völlig neuem statischen Aufbau zur Erzielung gro­ßer, freier Nutzräume im Flügel, startete am 6. November 1929 mit der Kennung D-2000 (später D-Azur) zu seinem 25 Minuten dauernden Erstflug. Die G38, die als Vorstufe des Nurflügel-Flugzeuges gilt, erwies sich trotz ihrer wuchtig erscheinenden Ausmaße als überaus wendig und bereits damals als angenehm leise. Bereits während der Flugerprobung im April 1930 erzielte sie vier Weltrekorde in Geschwindigkeit, Entfernung und Flugdauer mit jeweils 5.000 Kilogramm Nutzlast.

Die Trieb­werke, die während des Fluges gewartet werden konnten, waren im Inneren des Flügels nahe der Flügelvor­derkante angeordnet. Der Führerraum lag im windschnittigen Bug des Rumpfes. Neben den Flügeln bot auch der Rumpf, vom Bug aus unter dem Flügel nach hinten verlaufend, viel Platz für Fracht und Passagiere und war leicht zugänglich.

Nachdem das ungewöhnliche Flugzeug von der Fachwelt positiv aufgenommen worden war, eröffnete die Lufthansa am 1. Juli 1931 mit der 13 Passagiere fassenden Maschine die Strecke Berlin-London. Bereits drei Monate später wurde das beliebte Flugzeug umgerüstet, so dass ab Mai 1932 bis zu 30 Reisende aufgenommen werden konnten.

Noch im gleichen Jahr, am 27. Juni 1932, wurde auch die zweite Maschine dieser Art, die G38 mit der Kennung D-2500 (ab 29.04.1933 „Generalfeldmarschall Hindenburg“, später D-Apis), dann  von der Lufthansa im Liniendienst eingesetzt. Der zweistöckige Rumpf des neuen Nurflüglers bot insgesamt 34 Reisenden Platz, von denen jeweils sechs Passagiere den Flug im Flügel zwischen Rumpf und Motor in bequemen Aussichtsplätzen mit Bodenfenstern geniesen konn­ten.

Das Nurflügel-Flugzeug war sowohl in der Herstellung und der Flugerprobung, als auch durch die zahl­reich veranstalteten Werbeflüge sehr kostspielig. So verschlang das erste Flugzeug insgesamt knapp 2,2 Millionen Reichsmark, von denen ein großer Teil durch Zuschusse des Reichs finanziert wurde. Trotz der ho­hen Wartungskosten – Lufthansa investierte 1933 rund 55.000 Reichsmark fur den G38 – zahlte sich der Einsatz des Nurflüglers jedoch angesichts des großen Erfolges bei den Reisenden aus. So wurde das gigan­tisch erscheinende Flugzeug bis 1939 auf internationalen Strecken im Liniendienst eingesetzt. Nach Kriegsbeginn setzte die Luftwaffe das Passagier- und Nutzflugzeug als Transporter für schwere Lasten ein.

Fünf Jahre nachdem die G38 im Mai 1936 auf dem Weg zur Generalüberholung durch eine Windboe bei ei­nem Flug in sehr geringer Höhe zu Bruch gegangen war, wurde sie am 17.Mai 1941 bei einem englischen Luftangriff in Athen zerstört. Das Experimentalflugzeug G38 übte lange Zeit einen großen Reiz auf Konstrukteure und Fachleute aus. Junkers hatte zunächst von einer Kapazität für 500 Rei­sende in einem zweistöckigen Nurflügel-Flugzeug geträumt, schließlich aber erkannt, dass die Zukunft den stromlinienförmigen Flugzeugen mit dickem Rumpf und dünnem Flügel gehörte, da mit den überdimensiona­len Flügeln keine nennenswerten Geschwindigkeiten erreicht werden konnten.

Junkers G38
Größenvergleich Junkers G38 + Airbus A310

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Zeppelinpost

Friedrichshafen-Böblingen
Böblingen-Rotterdam
Wien-Böblingen

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