Das Unglück

…. auf dem Böblinger Flughafen

Das hoffnungsvolle Unternehmen fand jedoch ein jähes und erschütterndes Ende. Am 18. September 1930 versuchte Schindler in Stuttgart-Böblingen mit einer Stahlleiter von einer fliegenden Maschine in ein anderes Flugzeug umzusteigen. Die Leiter verfing sich in den Seitenrudern der beiden Flugzeuge, so daß die Maschinen abstürzten. Unter den vier Toten befand sich auch Fritz Schindler. Sein tragisches Ende löste in Freiburg aus wirtschaftlichen und menschlichen Gründen tiefes Bedauern aus.

Schindler hatte auch begonnen, in Freiburg eine Jungfliegergruppe aufzubauen. Auch beteiligte er sich am Ausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege. Schindlers Tod brachte am 31. Oktober 1930 nicht nur die Auflösung seines Unternehmens, sondern auch in der Folgezeit ein generelles Verbot von Luftakrobatik im Reichsgebiet.

Durch den mit der „Schindler-Flug“ per 15. Dezember 1929 in Kraft getretenen Vertrag sind wir auch über die Rechtsgrundlagen zur Flugplatzbenutzung unterrichtet. Es handelt sich dabei um eine ortspolizeiliche Vorschrift vom 12. Mai 1925 über die Begrenzung und Begehung des Flugplatzes, und um eine Benutzungsvorschrift aus dem Jahr 1928 der Flughafenverwaltung über die „Ordnung für den Verkehrslandeplatz Freiburg“, der Rechte und Pflichten der Flieger, der Benutzer, der veranstaltenden Organisationen etc. regelte und die behördliche Zuständigkeiten einschließlich der Hilfseinrichtungen festlegte und umriß.


Auszug „Böblingen-Fliegerstadt und Garnison“ von E. Funk 1973 (gekürzt)

Das schlimmste Unglück auf dem Flugplatz Böblingen ereignete sich am 28.09.1930 (falsche Angabe, richtig 18. September 1930). Ein großer Flugtag war damals geplant, auf dem erstmals luftakrobatische Darbietungen gezeigt werden sollten. Die Proben hierzu wurden von einem engeren Kreis geladener Gäste, darunter Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der Presse und der Polizei, abgehalten. Der bekannte Flugkünstler Fritz Schindler aus Freiburg/Brsg. wollte in etwa 300 bis 400 Meter Höhe von einem Flugzeug zum anderen übersteigen, wozu ein von Walter Spengler gesteuertes Flugzeug „Udet U12 Flamingo D-867“ und ein anderes von Hauptmann Engwer gesteuertes Klemm-Leichtflugzeug L 26 (richtig L 27 D-1781) verwendet wurden.

Die beiden Maschinen befanden sich schon eine halbe Stunde in der Luft. Sie hatten verschiedene Versuche unternommen, um in die geeignetste Lage zueinander zu kommen. Der letzte Versuch schien bereits geglückt. Der Luftakrobat Schindler hatte die von oben herabkommende Leiter schon bestiegen. In diesem Augenblick schien es, als ob die obere Maschine eine Bö bekommen hätte, sie verfing sich in der unteren und beide Maschinen stürzten ab. Der Fallschirm von Spengler hatte sich wohl geöffnet, wurde aber von der oberen Maschine getroffen, wobei es ihn ebenfalls in die Tiefe riss. Alle vier Insassen, Fluglehrer Spengler mit Hauptmann Engwer und Flugzeugführer Hagenmayer – Richard Perlia sollte die Maschine fliegen, kam aber zu spät – mit Luftakrobat Schindler,  waren sofort tot.  Schindler fiel auf das Dach eines Hauses, während die anderen drei mit den beiden Maschinen, die völlig zerstört wurden, auf eine Wiese stürzten.

Die Aufschlagstellen waren im Wiesengrund (Markung Sindelfingen), in der Nähe der damaligen Firma Optima (ehemaliges IBM-Werk).  Große Bestürzung hatte sich der Bevölkerung bemächtigt, die sich in Scharen an der Unglücksstelle eingefunden hatten. Eine besondere Tragik lag noch darin, daß Schindler unmittelbar vor seiner Verheiratung mit seiner langjährigen Mitarbeiterin stand, der bekannten Fallschirmpilotin Hedy Schumann.

Das Reichsverkehrsministerium gab auf Grund dieser schweren Flugzeugkatastrophe den Landesregierungen die Anregung, Veranstaltungen besonders gefährlichen Charakters wie z.B. Umsteigen von einem Flugzeug, nicht mehr zu genehmigen.


Berichte in den Medien zur Flugzeugkatastrophe

unbekannte Herkunft 01 02 03 04 05

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Die ausführlichsten Berichte über das Unglück kamen von der ortsansässigen Zeitung. Deshalb werden die beiden Artikel über das Unglück und die Beerdigung im vollen Wortlaut wiedergegeben. 

 

Böblinger Bote vom 20.September 1930 (Abschrift)

Flugzeugunglück in Böblingen

Auf dem Flugplatz in Böblingen sind, wie bereits kurz mitgeteilt, vier bekannte Flieger tödlich abgestürzt.

Neue Sensation

Für den Flugtag beim Cannstatter Volksfest sollte ein es Kunststück des Kunstfliegers Fritz Schindler  eingeübt werden: der Übergang von einem Flugzeug zum anderen während des Flugs. Schindler hatte ein ähnliches Kunststück, nämlich den Übergang von einem fahrenden Auto in ein Flugzeug mittels einer mit Tauen am Flugzeug befestigten Leiter, vor einiger Zeit bereits mit Erfolg ausgeführt. Aber, wie er sagte, die bisherigen Kunststücke reizen das sensationslüsternde Publikum nicht mehr genügend, es müsste etwas Neues und noch Gefährlicheres geboten werden. Man kam auf den Übergang von Flugzeug zu Flugzeug, der nach den verschiedenen Unglücks-fällen der letzten Zeit bei Kunstflügen eigentlich verboten war.

Die Probeflüge

Am Mittwoch und Donnerstag vormittag hatten bereits Probeflüge mit einem Schindler gehörigen Klemm-Leichtflugzeug und einem Flamingo-Flugzeug (Doppeldecker) von dem aus Schindler in das Leichtflugzeug steigen wollte, statt-gefunden. Der Übergang sollte von der unteren (Flamingo) in die obere Maschine vor sich gehen. Der Flamingo hatte an der Tragfläche vorne eine Stange mit einem Handgriff, an der Schindler sich hielt, während er mit der anderen Hand nach der eisernen Leiter greifen sollte, die unten am Rumpf des Leichtflugzeugs in zwei Rollen festsaß. Die Probeflüge hatten ein befriedigendes Ergebnis insofern, als es sich zeigte, dass die beiden Maschinen eine gute halbe Minute lang so dicht untereinander fliegen konnten, genügend, damit Schindler die Leiter ergreifend konnte. Am Donnerstag nachmittag war der Himmel inzwischen bewölkt geworden und Böen traten auf. Um 3.30 sollte die Probe mit der Leiter gemacht werden. Schindlers Klemmflugzeug, von Hauptmann Engwer geführt, machte zunächst zwei Rundflüge. Das Ablassen und Wiederaufziehen der Leiter, das der Pilot  Hagenmayer besorgte, klappte. Nach einer halben Stunde fliegen beide Flugzeuge auf; Schindler, der in heiterster Laune war, stand auf „Flamingo“, der von dem Fluglehrer Walter Spengler gesteuert wurde. Mit Spengler hat Schindler seit Jahren immer seine Flugkunststücke ausgeführt. Ein drittes Flugzeug mit einem Photographen folgte.

Der Absturz

Dreimal flogen die beiden Maschinen gegeneinander, ohne dass Schindler die Leiter ergreifen konnte. Beim vierten Anflug kam in etwa 300 Meter Höhe der „Flamingo“ dicht unter den „Klemm“, Schindler fasste die Leiter und klomm bereits die ersten Sprossen empor- da vernahmen  die Zuschauer plötzlich einen lauten Knall, und die beiden Flugzeuge stürzten, zu einem Knäuel geballt, sich überschlagend, in die Tiefe. Die Zuschauer standen im ersten Augenblick wie erstarrt. Niemand rührte sich, es schien, als könnten sie das grauenvolle Geschehen nicht fassen. Schindler wurde durch den Zusammenstoß der beiden Flugzeuge von der Leiter geschleudert. Sein Körper fiel, sich drehend, auf das Dach eines Hauses, dessen Platten durchschlagen wurden. Die beiden Flugzeuge stürzten jenseits der Straße, die von Sindelfingen nach Böblingen führt, in ein Kleefeld. Die Flamingo-Maschine war ein Haufen zur Unkenntlichkeit verstümmelter Maschinenteile. Der Klemm-Maschine war der Rumpf in der Mitte abgeknickt, die eine Tragfläche war abgebrochen. Die drei Flieger lagen unmittelbar neben den Flugzeugen, zum Teil von ihnen begraben. Walter Spengler war beim Absturz der Flugzeuge mit dem Fallschirm aus seiner Maschine abgesprungen. Der Fallschirm öffnete sich auch, die Abwärtsbewegung verlangsamte sich dadurch, aber die beiden Maschinen stürzten auf den offenen Fallschirm, ihn und Spengler mit zu Boden reißend. Auch Hagenmayer war abgesprungen, noch ehe sein Fallschirm sich halb geöffnet hatte, wurde er von den Maschinen getroffen. Eine bewegende Szene spielte sich auf der Strasse nach der Unglücksstätte ab, wo die Frau des Piloten Hagenmayer, die den Sturz ihres Mannes mitangesehen hatte, halb bewusstlos zusammenbrach und in ein Auto gebracht werden musste. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, da Schindler an der Leiter emporkletterte, das obere Flugzeug durch eine Böe herabgedrückt wurde. Engwer, der die Gefahr offensichtlich sofort erkannte, ging in eine Rechtskurve, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Dabei geriet die herabhängende Leiter an das untere Flugzeug, entweder an das darüberragende Stück, das Schindlers Haltevorrichtung bildete, oder aber an das Steuer. Das obere Flugzeug riß also das untere mit. Nur so ist zu erklären, dass beide Flugzeuge während des ganzen Absturzes ineinander hingen. Sie trennten sich erst wenige Meter vom Boden entfernt und lagen etwa fünf Meter voneinander.

Die Flieger

Walter Spengler ging im Krieg von der Infanterie zur Fliegerei über und betätigte sich als erfolgreicher Pilot an der Westfront und auf dem Balkan. Nach Kriegsende ging er nach Hannover und erwarb sich dort den Zivilfliegerschein. Anfang 1925 kam er nach Böblingen als Fluglehrer der Süddeutschen Sportflug G.m.b.H., die später eine Zweigstelle der Deutschen Luftfahrt G.m.b.H. wurde. Er stand im Alter von etwa 40 Jahren. Hauptmann Engwer zählte zu den Vorkriegsfliegern. Er war aktiver Offizier; als der Krieg ausbrach, machte er den ganzen Krieg als Flieger mit und leitete nachher mehrere Jahre die Fliegerschule „Schleisheim“. Als Nachfolger von Hauptmann a.D. Weese, der nach Berlin in die Gesamtleitung der Deutschen Luftfahrt G.m.b.H. für den verstorbenen Major Leonardi berufen wurde, kam Engwer 1928 als Lehrer an die Fliegerschule nach Böblingen.

Der Pilot Hagenmayer ist 32 Jahre alt und in Baden als Sohn eines Pfarrers geboren. Er widmete sich anfänglich dem Dentistenberuf und wandte sich später dem Flugwesen zu. Seit 6 Jahren ist er im Besitz des Flugscheins. Er hat sich in dieser Zeit als tüchtiger und zuverlässiger Flieger, der sich in dieser Zeit als tüchtiger und zuverlässiger Flieger, der auch bei größeren sportlichen Veranstaltungen mit Auszeichnung teilnahm, erwiesen. Von besonderer Tragik es ist, dass er vor drei Wochen erst heiratete.

Fritz Schindler widmete sich der Fliegerei seit 1913. Seit 10 Jahren war er Flugakrobat. Abgesehen von einer kleinen Sehnenverzerrung, die er sich bei einer Flugveranstaltung im Sommer d.J. in Berlin zuzog, hat Fritz Schindler nie einen Unfall erlitten. Das Unternehmen Schindler nie einen Unfall erlitten. Das Unternehmen Schindlers, die Schindlerflug G.m.b.H.“ Freiburg, hat durch den Tod des Piloten ihren Leiter verloren. Er hat in Freiburg insbesondere auch den Segelflug gefördert und eine Jungfliegergruppe ins Leben gerufen, die im Schauinsland-Gebiet in der nächsten Zeit mit Segelflugversuchen beginnen sollte. Schindler war verlobt mit Heddy Schumann, die durch ihre kühnen Fallschirmabsprünge in ganz Deutschland bekannt ist. In den nächsten Wochen sollte die Hochzeit sein.

Der Schulbetrieb in Böblingen wird bis auf weiteres eingestellt. Mit der vorläufigen Leitung der Schule wurde Hauptmann Weese vertraut.

Das Kunststück Schindlers war nicht genehmigt

Der Württ. Luftfahrtverband, der den Flugtag auf dem Volksfest genehmigen wollte, teilt mit, dass das Umsteigen Schindlers von einem Flugzeug zum andern für den Flugtag am Volksfest nicht vorgesehen gewesen sei. Die Vorführung dieses gefährlichen Kunststücks sei auch vom württembergischen Wirtschaftsministeriums nicht genehmigt worden, was Schindler bekannt war.

Man stelle sich vor, welches Unglück hätte eintreten können, wenn der Absturz auf dem Canstatter Wasen vor den Zehntausenden von Zuschauern erfolgt  wäre.


Schönbuch-Bote vom 22.09.1930  (Abschrift)

Die Trauerfeier für die 4 abgestürzten Flieger Hauptmann D.G.Engwer-Walter Spengler-Leopold P.Hagenmeyer und Fritz Schindler auf dem Friedhof in Böblingen am Sonntag, den 21.September 1930

Die Fahnen auf dem Flugplatz sind alle auf Halbmast gehißt, die württ. Fahne bei der Deutschen Luft­fahrt G.m.b.H., die schwarz-rot-goldene neben der schwarz-weiß-roten Handelsflagge auf dem Luft­bahnhof.

Ab vormittag 11 Uhr sieht man altbekannte Fliegergesichter aus ganz Deutschland: F.Siebel-Berlin, Zahn-Braunschweig, Bolle-Braunschweig, Walz-Fürth, K.Schwabe-Berlin-Johannisthal, Rittm. Braun München, Angehörige der Akaflieg aus ganz Deutschland u.a.m. Die kameradsch. Vereinigung ehema­liger Flieger-Batallione in Berlin ist mit der eigenen und einzigen Fliegerfahne Deutschlands mit ihrem Fahnenträger, Herrn Schwabe-Berlin, erschienen, der Geschäftsführer des deutschen Luftfahrtverbandes, Herr Major Baur de Belaz, viele Flugzeugführer, Flugkapitäne der Luft-Hansa, und leitende Persönlichkeitem der Deutschen Verkehrsfliegerschule sehen wir unter den Zugereisten und Zugeflogenen. Der Ring deutscher Flieger entsandte eine Abordnung. Von 1.30 Uhr wälzte sich eine ununterbrochene Kette nach dem Friedhofe. Von 3 Uhr nachmittags waren in und um den Friedhof schätzungsweise 6 bis 8000 Personen.

Hier sahen wir als Vertreter der Stadt Stuttgart Herrn Bürgermeister Ludwig, als Vertreter des Oberamts Böblingen Herrn Landrat Rüdiger, als Vertreter der Stadt Böblingen Herrn Ministerialdirektor Staiger, Herrn Regierungsrat Biser, Herrn Direktor Zobel von der Luftverkehr Württemberg A.G., Herrn Gene­raldirektor Schippert von den Daimlerwerken, Herrn Direktor Breitbart von der Robert Bosch A.G., viele Herren der Reichswehr, alte Kameraden der Verunglückten, ferner die Ortsgruppen Böblingen „Württ. Luftfahrtverband e.V.“ und “Fliegerverein e.V.“ vollzählig, Herrn Major a.D. Ruff vom „Deut­schen Touring-Club e.V.“, „Ring deutscher Flieger, Gau Württemberg“, „Altherren-Vereinigung Feld­flieger Abt.3“, Jugendfliegerhorst Böblingen, die Angestellten und Belegschaften der Deutschen Luft Hansa, das technische Personal der Fliegerschule Böblingen, Belegschaft der Leichtflugzeugbau Klemm G.m.b.H, Vertreter der Stadt u. des Flughafens Freiburg i.B., ferner 16 Flug- und Arbeitsgruppen des „Württ. Luftfahrtverbandes e.V.“, Flug-Wetterwarte, Flug-Funkstelle, Luftpolizei Böblingen, München und Fürth, sowie Vertreter der Deutschen Verkehrs-Fliegerschulen München und Fürth, sowie Vertreter der Deutschen Verkehrsfliegerschulen München und Warnemünde, sowie Soldenhof Aearo A.G. Zürich, und Metallbarometer Luft G.mb.H, Stuttgart, sowie eine große Zahl Pressevertreter aus Württemberg und dem Reich.

Vier Särge standen vor dem ausgeworfenen, mit Kränzen übersäten Grabe, als der evangelische Pfarrer, Herr Dekan Kappus, und der katholische Stadtpfarrer, Herr Lang, die Grabstätte betraten. Konzertmeister Fink mit einem Doppelquartett hatte den musikalischen Teil übernommen und führte ihn zu Herzen gehender Weise durch.

Die Absperrung wurde von der Freiw. Feuerwehr Böblingen und Herrn Bezirks-Feuerlösch-Inspektor Baumann und Herrn Kommandant Beuttler in unparteiischer Weise durchgeführt. Der Automobilverkehr wurde von der städtischen Polizei vorbildlich geleitet. Die vier Särge wurden zu Beginn der Feierlichkeiten unter den Klängen des „Guten Kameraden“ in das gemeinsame Grab versenkt.

Herr Dekan Kappus hielt hierauf folgende Ansprache: Wir demütigen uns unter die gewaltige Hand Gottes. Wir beugen uns vor ihm, vor dem wir Staub sind. Er machts, wie er will, und nieman kann zu ihm sagen: Was machst du? Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Amen

Wir hören in dieser schweren Stunde auf, das Wort Jesu im 6. Kapitel des Matthäus-Evangeliums, in dem er uns beten lehrte: Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.

Liebe Leidtragende!
Was ich wollte, liegt zerschlagen.
Herr, ich lasse ja das Klagen und das Herz ist still
Nun aber gib auch Kraft zu tragen
was ich nicht will.

Was waren das für entsetzliche Sekunden, als am letzten Donnerstag abend 2 Flugzeuge untereinan­derwirbelnd zur Erde stürzten und 4 Menschen, lebende junge Männer mit sich in die Tiefe rissen. Da erstarrte den vielen, die das mitansahen das Herz im Leibe und heute noch stehen wir an diesen Gräbern wie vor etwas Unfaßbaren, dessen Fuchtbarkeit wir nicht begreifen können. Herr, weis soll ich mich trösten? Ich hoffe auf Dich!

Der Flugplatz Böblingen hat 4 seiner bewährten Flieger, Leiter und Lehrer verloren.

Hauptmann Gustav Engwer ist am 13.Juni 1889 geboren in Berlin. Er gehörte schon vor dem Krieg als Offizier der Fliegertruppe an, ist vielleicht der Letzte aus jener Zeit, der noch im Fliegerberufe stand. Im Kriege hat er immer eine Staffel geführt. Seit 1926 war er hierher als Leiter der Fliegerschule der Deut­schen Luftfahrt. Seit 1919 ist er verheiratet gewesen mit Hedwig, geb. Riecken, deren erster Mann im Krieg gefallen war. Den 3 Kindern aus erster Ehe ist er der beste Vater gewesen. Ein Kind wurde dem Ehepaar dazu geschenkt. Vor 2 Wochen zog die Familie hierher; nun fehlt in der kaum eingrichteten Wohnung das Familienhaupt.

Walter Spengler ist geboren am 14. Mai 1896 in Jena, ist also 34 Jahre alt. Auch er hat sich als Kriegs­flieger hervorgetan. Nach dem Krieg war er im väterlichen Geschäft tätig; seit 5 Jahren ist er wieder Flieger und war, als Fluglehrer bei der Deutschen Luftfahrt hier hochgeschätzt. Auch an großen Flugbe­werben hat er sich mit gutem Erfolg beteiligt. Seit 1929 ist er verheiratet mit Maria, geb. Reinecke. Ein Kind von 5 Jahren weiß noch kaum den schweren Verlust zur ermessen. Mit der hart betroffene Gattin trauern die Eltern um den Sohn.

Leopold Hagenmeyer ist geb. am 11. September 1898 in Schmieheim bei Lahr, ist also 32 Jahre alt. Er ist ein badischer Pfarrersohn. 15jährig ging er von der Schule als Freiwilliger in den Krieg und machte ihn, später als Flieger, bis zum Ende mit. Dann wollte er studieren, der frühe Tod der Eltern und die In­flation vereitelten das, er wurde Zahntechniker, übte seinen Beruf aus, ging dann zum Daimler als Kaufmann, von dort zum Flugzeugbau Klemm hier, wo er von der Picke auf wieder lernte und nun als Flugzeugführer und Monteur in hohem Ansehen stand. Erst vor einem halben Jahr kam er von Indien, wo er drei Maschinen eingeflogen hatte. Vor 2 Wochen verheiratete er sich mit Marta, geb. Holland, von Wiesbaden. Allerlei Pläne bewegten ihn für die gemeinsame Zukunft. Nun steht die junge Frau am Gra­be des treuen Mannes und weiß ihren Weg nicht. Gott weiß ihn!

Fritz Schindler ist geboren am 11. August 1891 in Karlsruhe, ist also 39 Jahre alt geworden. Seit 1913 ist er Flieger, also auch während des ganzen Krieges. Seit 10 Jahren war er Flugakrobat und suchte als solcher die deutsche Fliegrei den weitesten Kreisen anziehend zu machen. 1919 gründte er den Schind­ler-Flug in Freiburg. Nächste Woche wollte er sich verheiraten mit Hedy Schumann. Jählings ist sein Lebensfaden nun abgerissen, ihr Lebensglück zerbrochen.

In diesen 4 Männern ist ein starkes Wollen gewesen. Menschen sollen einen Willen haben und mit allen Kräften streben und ringen nach wertvollen Zielen. Ein solches Ziel ist die deutsche Fliegerei und ihre Vervollkommnung. Wir Wissen zur Genüge, wie viele schwere Hindernisse ihr entgegenstanden und noch stehen. Da haben diese bewährten Führer sich bemüht und dafür gearbeitet, ihr zu helfen mit all ihren Kräften. Ihr Wollen war ein ehrliches, reines zum Besten ihres Berufes und damit desdeutschen Volkes. Und noch eine ehren wir an ihnen: Ihr festes Zusammenstehen un die gemeinsame Arbeit, bei der keiner dem andern sich versagen wollte. Das war Kameradschaft, Kameradschaft bis in den Tod. Sie haben auch einen starken Willen zum Leben gehabt und zur Freude und zum Glück. Ihr wißt es, die ihr ihre Freunde gewesen, und es wissen die Frauen, die Kinder, die Braut, die nun um ihr gemeinsames Glück trauern. In einem Augeblick sind sie in die Tiefen des Leides gestürzt.

Menschliches Wenn, was ists? Gewesen!
In einer Stunde geht es zu Grunde,
sobald die Lüfte des Todes drein wehen.
Alles in allem muß brechen und fallen.
Ohn alles Wann! Seine Gedanken,
sein Wort und Wille hat ewigen Grund.

Gottes Wille ist über Menschenwille. O Gott will, daß wir wollen. Strebende Menschen sind nach sei­nem Sinn. Füllet die Erde, macht sie euch untertan. Herrschet! Das ist eines der ersten Gebote der Bibel. Aber dabei geht menschlicher Wille oft in die Irre. Das wissen alle die, die je einmal strebend sich bemüht um eine große oder auch kleine Sache. Wir alle wissen, wie viel verkehrtes und vergebliches Wollen in uns, in unserem ganzen Volke ist. An diesen Gräbern verstummen alle Anklagen, da ist kein Raum für selbstgerechtes Richten. Da stehen wir alle verbunden durch das gleiche schwere Leid und durch die gemeinsame Erkenntnis, menschlicher Unvollkommenheit und Schwäche. Aber über allem menschlichen Streben und Wollen steht Gottes ewi­ger Wille.

Gottes Wille – Manche reden lieber von Naturgesetzen oder von Schicksal? Ein Wort ohne jeden Inhalt, nichts weiter. Was heißt Naturgesetz? Oder Gesetze der Technik? Des menschlichen Handelns? Wer durchschaut alles Geschehen bis in seine letzten Antriebe hinein von der ersten Planung bis zum glück­lichen oder unglücklichen Ende? All diese Durcheinander und Gegeneinander menschlicher und natürli­cher Gesetze steht unter Gottes Willen, der alles lenkt, alles leitet, alles so hinausführt, daß wirs oft nicht begreifen, daß wir oft aufschreien möchten in Schmerz, und doch so, daß es recht ist. Göttlicher Wille ist immer gut.

Schlicht und einfach bekennt der Glaube mit den Worten: Es fällt kein Sperling vom Dach, kein Haar von unserem Haupte ohne den Willen des Vaters, und diese Gewißheit gibt Ruhe und Sicherheit und hilft uns, daß wir stillen Herzens sagen können: Dein Wille geschehe. Die Einheit unseres Wollens mit dem göttlichen Willen, das ist das Ziel, an dem unser unruhiges Herz zum Frieden gelangt.

In einem viel gelesenen Buch steht das alte Wort: „Gottes Wille kennt kein Warum“ O ihr, die ihr in schwerem Leid an diesen Gräbern steht, denen das Licht ihres Lebens erloschen scheint, laßt das Fragen nach dem Warum? Und Wie? Ihr werdet auch nicht lösen können die Rätsel des menschlichen Lebens und Strebens, des ewigen göttlichen Willens. Aber hört auf den, der durch tiefstes Erdenleid ging, der das Kreuz auf sich nahm und der in der furchtbaren Stunde, da er einen gräßlichen Tod auf sich zukommen sah, sprechen konnte: „Nicht wie ich will, sondern wie Du willst“. Den Seinen hatte er kurz zuvor gesagt: „ Was ich tue, das weißt Du jetzt nicht. Du wirst es aber hernach erfahren“. Und allen Mühsehligen und Beladenen ruft er zu:

„Kommt her zu mir, ich will euch erquicken“. Das ist sein göttlicher Wille, Jesus der Herr hilft uns eins werden mit dem Willen des Vaters. Wir stehen hier auf dem Ehrenfriedhof derer, die im Krieg ihr Leben ließen für uns. Im Krieg, o wie ist da offenbar geworden, was Menschlicher Wille vermag und was er nicht vermag! Diese 4 fielen auch im Kampf, im Kampf für Deutschlands Geltung in der Welt. Wir ehren Sie und ehren ihren strebenden Willen. Aber wir beugen uns unter den gewaltigen Willen Gottes und lassen uns aufrichten durch sein rettendes Erbarmen.
Herr, Dein Wille geschehe ! Amen
Nachdem es dem allmächtigen Gott gefallen hat, diese unere Brüder aus der Welt abzuberufen, legen wir ihren Leib in Gottes Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staub.

Gustav Engwert: Deine Seele befehlen wir in Gottes Hand, ruhe in Frieden!

Walter Spegler: Der barmherzige Gott führe dich aus der Zeit in die Ewigkeit und lasse dir leuchten sein ewiges Licht!

Leopold Hagenmeyer: Der Herr behüte dich, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.

Dem Gott des Trostes und des Friedens sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Nun trat Herr Stadtpfarrer Lang an die Grabstätte und sprach folgende Worte:
Das heutige Sonntags-Evangelium von dem toten Jüngling zu Raim bekommt dieses Mal eine besondere Illustration durch die Tatsache, daß z.Zt. in unserer Stadt 7 Tote aufgebahrt sind und die Macht des Todes bezeugen. Auch die hiesige kathol. Gemeinde ist Leidtragende, indem heut früh eine Katholikin nach langer Krankheit heimgehen durfte, und indem untern den 4 gestürzten Fliegern ein Katholik, Herr Fritz Schindler, sich befindet. Wenn ich die 4 Särge betrachte und an das gräßliche Unglück denke, ergeht es mir, wie einst den Freunden Jobs. Am liebsten möchte ich schweigen, klagen, weinen und im Stillen beten. Ich weiß nicht, was mich in letzter Zeit beim täglichen Gottesdienst immer wieder gedrängt hat, die Anwesenden zum Gebete für das nächste bei uns Sterbende aufzufordern. – Möge nun dieses Fürbittgebet Erhörung gefunden haben! Möge der barmherzige Vater im Himmel unserem Glaubensgenossen die Gnade eines guten Gedenkens, einer vollkommenden Reue bei seinem Todessturz gegeben haben.

In Trauer Versammelte!
Zum 25.Mal stehe ich heute hier auf diesem Friedhof, um einem gestürzten Flieger den letzten Liebesdienst zu erweisen. Da möge mir ein Wort gestattet sein, – nicht ein Wort des Vorwurfs, soll es sein, wie die Freunde Jobs es gesprochen haben, – sondern ein Wort der Mahnung: Ihr Männer der Luft! Schätzet euer Leben doch recht hoch! Es ist das höchste irdische Gut. Euer Können ist wertvoll, oft unersetzlich. Die Heimat braucht euch. Und wenn ihr das zeitliche Leben schätzet, übersehet nicht das unsterbliche Leben eurer Seele. Wenn ihr immer wieder mit eurem Flugzeuge aufsteiget zum Himmel, vergesset jenen anderen Himmel nicht, der die Heimat der Seligen ist. Führet euch stets so, daß ihr bei euren Luftfahrten, wie der Apostel sagt, Christo dem Herrn entgegenfliegt.
Amen.

Anschließend sprach der Leiter der Deutschen Luftfahrt, Herr Hauptman a.D. Weese, über den großen Wert und unersetzlichen Verlust, den das deutsche Luftfahrtwesen durch den Tod der 4 Verunglückten erlitten hat. Major a.D. Palmer redete im Auftrage des „Württ.Luftfahrt-Verband“, des Flieger-Verein“ und aller auf dem Flugplatze ansässigen Gesellschaften. Er widmete seinen Flieger-Kameraden folgenden Nachruf:

Werte Trauerversammlung! Kameraden! Jungflieger!
Schön zu sterben muß es sein, in hohem Alter, von seinen Angehörigen umgeben, wohl vorbereitet in die Ewigkeit einzugehen, seine Seele in Ruheund Frieden hinauf in den blauen Aether starten lassen zu können. Fliegerlos dagegen ist es, vom Tode überrascht zu werden, in der Jugendkraft oder im besten Mannesalter, mitten aus den Sielen heraus, die Hand am Steuerknüppel. Fliegerpflicht ist es noch dazu, und das ist das höchste, was von einem Menschen verlangt werden kann, hierbei die Nerven nicht zu verlieren, all das zu tun, was zur retteung eines Menschenlebens getan werden kann, und sodann in einem kurzen Momente mit dem Leben abzuschließen.
Und da haben unsere tapferen 4 Flieger nicht versagt, sie sind als echte brave deutsche Flieger zur Erde gestürzt, nachdem sie restlos ihre Pflicht erfüllt hatten. Und so konnten sie sich auch droben im Fliegerwalhall beim Rappaort vor unserem Lilienthal und Zeppelin, vor unserem Bölcke und Richthofen hocherhobenen Hauptes und guten Mutes zur Stelle melden. Sie werden in Ehrer für ihre Fliegertaten auf Erden bestanden haben. „Wer dem Tod ins Angesicht schauen Kann, Der Flieger allein ist der rechte Mann .“ Fliegerjugend nimm Dir ein Beispiel an diesen Männern.

Hauptmann Engwer.
Du Flieger seit 1911. Welch herrliche Stundenhaben wir in den Vorkriegsjahren beim Aufbau der deutschen Militärfliegerei miteinander verlebt! Du, der schneidige Pilot und Fliegeroffizier bei den Bodengeschwadern der pbersten Heeresleitung. Du! der feinfühlige Fluglehrer bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule, Du!, der die Jugend zur Begeisterung hinreißende Leiter der Fliegerschule der Deutschen Luftfahrt G.m.b.H in Böblingen. Welch vaterländische Arbeit hast Du in Deinem kurzen, arbeitsreichen Leben geleistet, wieviel Jungflieger zu eisernen Piloten erzogen, Dein Leitstern war: Das Vaterland über alles!

Walter Spengler!
Kamerad, meiner ruhmreichen Feldflieger-Abteilung 3, in Krieg und Frieden bewunderten wir Deine Zähigkeit, eine Ausdauer, Deine Begeisterung für den Fliegerberuf, Dein Draufgängertum, Deine Rücksichtslosigkeit gegen Dich selbst, Deine Lehrfähigkeit und Deinen Orientierungssinn. Du warst uns der Typus des gottbegnadeten Piloten:
Flügel und Schwingen eines Adlers,
Augen und Instinkt eines Habichts
Die Ruhe und Erhabenheit des Albatros!
Lieber Oswald, blonder deutscher unge, nun hängen Deine Schwingeb leblos vom Leibe. Dein Auge ist gebrochen, nun ruht der nimmermüde Adler für immer. „Laß Sonne herein!“ so war es uns, wenn Du früher im Kameradenkreise, am Starte, in unserer Gesellschaft auftauchtes. Der Böblinger Flugplatz ohne Dich, eine für uns entsetzliche Vorstellung. Die Feldfliegerabteilung 3 sendet durch mich dem vor dem Feind hundertfach bewährten Frontflieger-Offizier den letzten 3er Gruß!

Leopold Hagenmeyer!
Du warst ein Jungflieger bester Klasse, 20.000 Kilometer bist Du über Land geflogen, Deine Firma entsandte Dich ins ferne Asien, Du hast in jungen Jahren zu der Fliegerei Dich hingezogen gefühlt, hast Deinen Beruf ändernd, der deutschen Fliegerei Dich gewidmet, hattest günstige Aussichten, in diesem Berufe weiterzukommen, um Dir eine Existenz zu schaffen. Als selbstloser, bescheidener, lieber, allezeit hilfsbereiter Kamerad, der nie eine Bitte abschlagen konnte, stehst Du in unserem Andenken, felsenfest.

Fritz Schindler!
Alle Welt bewunderte Dein Können als Akrobat, wir aber vor allem Deine große Kunst in der Führung eines Flugzeuges. Du lebtest ganz Deinem Berufe, ihm zuliebe wagtest Du oft Dein Leben, bis auch Du zur Mutter Erde geschleudert wurdest. Dein Name wird in der Flugakrobatik der Welt, bei Deinen Kollegen fortleben, als der eines wagemütigen, ehrgeizigen und entschlossenen Artisten.
Unser innigstes Gedenken gilt natürlich in aller erster Linie den Familienangehörigen, den Frauen und Kindern, den Eltern und Geschwistern, der Braut. Wir durchlebten und durchleben weiterhin mit diesen im innersten Herzen verbunden all die Schrecknisse einer derartigen Katastrophe, entsetzliches Elend, furchtbarer Kummer ist in allen Familien gekommen. Möge die Folgezeit durch Gottesfurcht und Gottesglaube überwunden werden. Der einzige Trost, den ich Ihnen geben kann, ist der: Unsere 4 Kameraden sind ein weiteres Opfer geworden für unsere geknechtete Sportfliegrei. Gefallen, getreu unserem Wahlspruche: „Per aspera, ad astra“.Und trotzdem, Jungflieger, nun gerade erst recht die Herzen empor! Exelsior! Höher hinauf! Denkt allesamt, werte Tauerversammlung, in der jetzigen Lage, an die Worte eines deutschen Kriegsdeichters, Worte, die bei Nackenschlägen, welche die deutsche Sportfliegrei immer wieder versetzt bekomm, für Deutschlands Luftfahrt und Luftpolitik immer und immer wieder Geltunghaben müssen, sie lauten:

Nun schweige mir jeder von seinem Leid
Und noch so tiefer Not!
Sind wir nicht alle zum Opfer bereitUnd zu dem Tod?
Eines steht groß in den Himmel gebrannt:
Alles darf untergehn.
Deutschland unser Kinder- und Vaterland,
Deutschland muß bestehn!

Alsdann trat Herr Major a.D. Baur des Betaz an das Fliegergrab und ermahnte die Jugend, ihre Pflicht für Deutschlands Luftgeltung zu tun. Herr Direktor Klemm sprach über das Wägen und Wagen des Konstrukteurs und des Flugführers, Herr Arbeiterrat Aschbacher vom Leichtflugzeugbau Klemm sprach in mitfühlenden Worten von seinem Arbeitskollegen Hagenmeyer.

Als letzter Gruß der Flieger kreisten während der Beisetzungsfeier mehrere Flugzeuge der Böblinger Fliegerschule und der Deutschen Verkehrs-Fliegerschulen München und Braunschweig über dem Friedhof.
Um 5 Uhr fand die so überaus ernste Feier ihren Abschluß.
Volere necesse est, vivere non!


Jahrestage

    • Sindelfinger Zeitung 60 Jahre_18.09.1990 hier
    • Kreiszeitung Böblinger Bote 75 Jahre_2005 hier

Die Grabstätte der vier Opfer

Für die vier abgestürzten Flieger ließ der Württembergische Luftfahrtverband auf dem Friedhof in Böblingen das heute noch vorhandene Denkmal aufstellen, das mit den vier Gräbern eine einheitliche Anlage bildet. Die Stadt Böblingen hatte den Platz unentgeltlich zur Verfügung gestellt.


Fritz Schindlers letzter Flug 

der Abflug

Links die beiden ineinander verkeilten abstürzenden Maschinen mit Fritz Schindler an der Strickleiter, rechts oben die Maschine , die das neue Kunststück, von einer in eine andere Maschine umzusteigen, filmen sollte. Das ist ein „einmaliges“ Filmdokument von dem Absturz von zwei Maschinen. Zur Untersuchung des Unglücks wurde ein Bildstreifen (siehe Sozialdemokratischer Pressedienst vom 19. September 1930) erstellt, der erst jetzt wieder von Frau Jessica Lenz auf dem Dachboden Ihres Hauses gefunden und uns freund-licherweise von von ihr überlassen wurde.

FilmstreifenAm Samstag den 14. März 2015 erschien in der Kreiszeitung Böblinger Bote ein Artikel darüber. —> hier . Der Fotostreifen wurde zwischenzeitlich dem Böblinger Stadtarchiv übergeben. 116 Fotos aus dem Film als Kontaktabzug (Bei Klick auf das Bild sehr großes Foto 9 MB) und als „animated gif“.

Schindler 18.09.1930 Kontaktabzug sw schärfeanigif_rr

1. oben links Rohrmühle - Mitte hinten Schornstein RenzDie Absturzstelle ist auf Grund der Überschneidung von verschiedenen Sichtlinien (rechts Schornstein Fabrik Renz, Mitte Rohrmühle und links oben Optima-Gebäude, jetzt Firma Smart) gerade noch auf Sindelfinger Gemarkung in etwa im Eingangsbereich des ehemaligen IBM-Werks (jetzt Daimler) bzw. an der jetzigen Autobahn. Deswegen wurden die Sterbeurkunden der verunglückten Flieger auch in Sindelfingen ausgestellt.

TopKarte r SchnittlinienMit dieser Kamera wurde der Absturz gefilmt (Sammlung Todt)

Kameramann beim Filmen (Sammlung Todt)

Walter Spengler+, Gustav Engwer+ und Weller vor Spenglers „Schwalbe“ (Sammlung Todt)

Leopold Hagenmeyer + Opfer (Sammlung Todt)

Am 21. September 1930 waren bei der größten Beerdigung, die Böblingen je erlebte,  ca 6.000 – 8.000 Menschen anwesend.

Ansprache Major Palmer

Kondulation

Ehrenwache

Im Herbst 1932 wurde ein Denkmal vom Württembergischen Luftsportverband erstellt.

Fritz Schindler Grab (Kiefer-Auktion) (3)Das folgende Foto zeigt zwei „betroffene“ Personen (Flieger ??) die am mit Blumen geschmückten Grab von Fritz Schindler stehen.Fritz Schindler Grab (Kiefer-Auktion) (4)


der blog  friedhofsfreunde berichtet über unsere Seite (Ein Fliegergrab in Böblingen)


Schindlerkiste

Durch unseren Blog über „Fritz Schindler“ kamen wir in den Besitz eines Holzkoffers von Fritz Schindler, den wir im Dezember 2013 dem Stadtarchiv Böblingen zusammen mit anderen Originalen aus der Böblinger Flughafengeschichte übergaben.

Schindlerkiste (3)

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