Freiburg-Böblingen

… durch Böblingen erhielt Freiburg Anschluss an die weite Welt

Der folgende Bericht ist aus einem Fotoalbum des Stadtarchivs Freiburgs. Hier wird der 1. Mai 1926 als Eröffnung der Fluglinie Freiburg – Stuttgart – Freiburg genannt, in den Badischen Nachrichten vom 5.Juli 1926 und in den Ausführungen auf der homepage des City-Flughafens Freiburg der 03. Juli 1926 (?).

Badische Nachrichten

Freiburg, 3. Juli. Heute Vormittag fand auf dem hiesigen Flugplatz die feierliche Einweihung der neuen Luftverkehrslinie Freiburg-Stuttgart statt, die als Zubringerlinie in Stuttgart Anschluss bietet an das Luftverkehrsnetz der deutschen Lufthansa. Das erste Flugzeug, das Junkersflugzeug D-207, traf nach einem Flug von 40 Minuten um 10.15 Uhr hier ein, geschmückt mit den badischen und württembergischen Farben. Die erste Fahrt hatte mitgemacht als Vertreter des württembergischen Arbeitsministeriums wie der württembergischen Regierung und der Stadt Stuttgart Ministerialrat Kälin, ferner der Direktor der Württembergischen Luftfahrtgesellschaft Zobel-Stuttgart und der Flugleiter der Süddeutschen Lufthansa Direktor Jelmoli-München. Die Herren wurden auf dem hiesigen Flugplatz von den Vertretern der städtischen und der staatlichen Behörden aufs herzlichste willkommen geheißen. In einem sich anschließenden Frühstück bot sich die Gelegenheit, der Freude Ausdruck zu geben über den Anschluss Freiburgs an das deutsche Luftverkehrsnetz, sowie dem Dank an die württembergische Regierung und an die Württembergische Luftverkehrsgesellschaft für ihr Entgegenkommen, das sie bei  der Einrichtung der neuen Linie der Stadt Freiburg gegenüber gezeigt haben. Gegen 12.10 Uhr traten die Herren mit dem Flugzeug die Rückfahrt nach Stuttgart ans. Das Flugzeug wird künftig Freiburg um 10.0 Uhr vormittags verlassen und in Stuttgart 12.50 Uhr ankommen. Stuttgart ab 1.10 Uhr mittags, Freiburg an 2.20 mittags. Da die gegenwärtige Flugzeughalle für das große Junkersverkehrsflugzeug nicht ausreicht, wird der Umbau der gegenwärtigen festen Halle vorgenommen werden. Für die Unterbringung des Flugzeuges bis zu diesem Zeitpunkt ist gesorgt.

 

City-Flughafens Freiburg. (Stuttgart steht zu dieser Zeit für Böblingen)

„Bereits am 3. Juli 1926 wurde die regelmäßige Fluglinie Freiburg-Stuttgart eröffnet. Die Maschinen flogen in Freiburg um 11.40 Uhr ab und landeten in Stuttgart-Böblingen um 12.50 Uhr. Der Rückflug ging ab Stuttgart 13.10, an Freiburg 14.20. Die Werbung für die Fluglinie nach Stuttgart wurde sehr intensiv und attraktiv betrieben. Die Gegenüberstellung der Flugdauer mit der Eisenbahnfahrt erbrachte eine Differenz von über 3 Stunden Zeitgewinn zugunsten der Fluglinie. Demgegenüber stand lediglich ein um 4,60 DM höherer Flugpreis. Der Flugpreis betrug RM 25.-, während eine Eisenbahnfahrkarte 2. Klasse zu jener Zeit RM 22.40 kostete. Vor allen Dingen wurden die Anschlussflüge nach Erfurt, Halle, Berlin, Nürnberg“

„Am gleichen Tage, als Innenminister Remmele seinen Brief in Karlsruhe schrieb, beschloss der Bürgerausschuss mit überwältigender Mehrheit, den Anschluss Freiburgs an den Weltluftverkehr durch eine Linie Freiburg-Stuttgart, evtl. mit einer Verlängerung nach Basel, zu suchen.“

„Bei der Eröffnung der Linie Freiburg-Stuttgart am 3. Juli 1927 in Freiburg (nicht in Stuttgart) sprachen die Vertreter Freiburgs offensichtlich aus reinem Herzen einen echten Dank an das Entgegenkommen der Berliner und Stuttgarter Stellen aus.“

„Ein schwacher Trost war es, dass 1929/1930 der Flugbetrieb auf der Linie 26 Freiburg – Stuttgart mit an der Spitze im Reichsgebiet lag und während 8 Monate ununterbrochen beflogen wurde.“

„Dann wurde dieser zusätzliche Linienbetrieb eingestellt, so dass nur die Fluglinien Nr. 46 nach Stuttgart und Nr. 49 nach Konstanz bestehen blieben.“

„Bei diesem Stand der Dinge war es verständlich, dass man Freiburg auch in den internationalen Luftverkehr einbeziehen wollte. Vorgesehen waren die internationalen Fluglinien Nr. 31 Zürich-Freiburg-Amsterdam, Nr. 12 Berlin-Freiburg-Bern, Nr.22 Stuttgart-Freiburg-Barcelona.“

„In diesem Zusammenhang verschlechterte sich auch der Anschluss von Stuttgart aus an das übrige Streckennetz. Es war ein schwacher Trost, dass ab l. Mai 1935 eine zweite Linie nach Stuttgart eingerichtet wurde, die eine Verlängerung nach Dresden und Breslau brachte“

„Die Flugzeugspende 1933 hatte in Freiburg ein erwartet günstiges finanzielles Ergebnis. Insgesamt kamen RM 27527,56 zusammen, die von Industrie, Handel, Gewerbe und Privatpersonen gespendet wurden. Von dem Spendenaufkommen wurden in Böblingen zwei „Klemm“-Flugzeuge L 25 D und L 25 C VI bestellt, die im August 1933 zur Verfügung standen. Darüber hinaus stiftete die Stadtverwaltung ein „Klemm-Flugzeug.“

Me 109 abends nach Böblingen

„Zu Beginn des Westfeldzuges war eine Staffel Me 109-Jagdflugzeuge auf dem Platz stationiert. Da die technischen Einrichtungen einen Nachtflugbetrieb nicht gestatteten, wurden die Maschinen abends nach Böblingen verlegt, um am frühen Morgen wieder in Freiburg zu landen. Zu ihren Aufgaben gehörte auch der Jagdschutz für die Sturzkampfflugzeuge Ju 87 anlässlich ihres Einsatzes gegen die Maginotlinie.“

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