Deutsche Luftfahrtmuseum

… war von 1930 bis 1934 in Böblingen

Vorgeschichte

Der folgende Schriftverkehr aus dem Bestand des Hauptstadtarchiv trägt zum Verständnis bei, wie das Deutsche Luftfahrtmusem nach Böblingen kam.

26. November 1929 Oberbürgermeister von Stuttgart an den Reichsverkehrsminister und das Württ.Wirtschaftsministerium:

Wie dem Herrn Reichsverkehrsminister bekannt ist, wurde am 8.Juli ds.Js., dem 91.Geburtstag des Grafen Zeppelin, in Stuttgart das Deutsche Luftfahrt-Museum unter dem Protektorat des Herrn Reichspräsidenten gegründet.

Für die Unterbringung des Museums hat die Stadt Stuttgart das demnächst in ihr Eigentum übergehende Wilhelms-Palais zur Verfügung gestellt. Das Museum hat den Zweck, die Entwicklung aller mit der Luftfahrt zusammenhängenden Gebiete in ihren wirtschaftlichen Grundlagen, ihren technischen Ausgestaltung und ihren praktischen Verwendungsmöglichkeiten zu zeigen. Es soll der Förderung der gesamten Luftfahrt dienen und bei allen Volkskreisen das Verständnis hierfür wecken, indem es veranschaulicht, was auf diesen Gebieten bisher geleistet wurde und wie dem Endziel, der Ermöglichung eines völkerverbindenden wirtschaftlichen Luftverkehrs zugestrebt werden muss. Bei diesem weitgesteckten Ziel eines Deutschen Luftfahrt-Museums kann es nicht einer einzelnen Stadtgemeinde überlassen bleiben, dieses Museum als städt. Einrichtung ins Leben zu rufen und zu unterhalten. Die Gründung und Unterhaltung des Museums ist vielmehr Aufgabe des ganzen deutschen Volkes. Der mit den vorbereitenden Arbeiten beauftragte Organisationsauschuss geht deshalb davon aus, dass dem Museum durch die Württ, Regierung Rechtsfähigkeit als einer Anstalt des öffentlichen Rechts verliehen werden soll. Er rechnet weiter damit, dass zur Deckung der Aufbaukosten und des laufenden Betriebs Beiträge nicht nur von der Stadt Stuttgart, sondern vor allem vom Reich und vom Staat Württemberg geleistet werden. Nach dem von dem vorbereitenden Ausschuss auf gestellten beiliegendem Voranschlagsentwurf für das 1. und 2. Betriebsjahr mit Ausgaben in Höhe von 490.000 RM, in den folgenden Jahren mit Ausgaben in Höhe von 195.000 RM zu rechnen sein. Wir werden unsererseits bei dem Gemeinderat der Stadt Stuttgart die Verwilligung der nach diesen Entwürfen von der Stadt Stuttgart erwarteten Summen beantragen. Andererseits erbitten wir uns vom Reichsverkehrs- minister für das Planjahr 1930/31 die in dem Voranschlagsentwurf eingestellte einmalige Barunterstützung von 200.000 RM, sowie für dasselbe und die folgenden Jahre eine laufende Unterstützung von je 30.000 RM. Beim Staat Württemberg werden wir um die Verwilligung einer einmaligen Unterstützung von 100.000 RM und von laufenden Unterstützungen von je 30.000 RM nachsuchen.

Wir glauben, mit der Erfüllung unserer Bitte durch das Reichsverkehrsministerium nunmehr rechnen zu dürfen, als bisher alle Bemühungen des Landes Württemberg und der Stadt Stuttgart, Reichsinstitute nach Stuttgart verlegt zu erhalten, erfolglos geblieben sind.

3. August 1930 Schwäbischer Merkur: Um das deutsche Luftfahrtmuseum. Berlin gegen Stuttgart

Aus Anlaß des 91.Geburtstages des Grafen Zeppelin ist, wie schon früher mitgeteilt, die Gründung eines „Deutschen Luftfahrtmuseums“ unter dem Ehrenprotektorat des Reichspräsidenten v.Hindenburg erfolgte. Die Leitung des Luftschiffbaus Zeppelin in Friedrichshafen hat sich bereit erklärt, den gesamte, überaus wertvollen Bestand ihres Museums (Zeppelin-Museum Friedrichshafen) als Grundstock dem Deutschen Luftfahrtmuseum zu überlassen. Da für die Unterbringung dieses Museums die Stadt Stuttgart die Räume des Wilhelms-Palastes in Stuttgart zur Verfügung gestellt hat, verliert Friedrichshafen in absehbarer Zeit das immer stark besuchte Zeppelin-Museum. Ob die persönlichen Dokumente des Grafen Zeppelin ebenfalls nach Stuttgart kommen, unterliegt der Entscheidung der Familie des Grafen, die Alleinbesitzerin dieser Dokumente ist. Über den Zeitpunkt der Verlegung des Friedrichshafener Museums nach Stuttgart lassen sich noch keine Angaben machen, da im Wilhelms-Palast noch umfangreiche bauliche Änderungen vorgenommen werden müssen. Nun nimmt aber eine Berliner Zeitung zu der Angelegenheit – die durch die Versteigerung unseres verstorbenen Königs und die Räumung des Wilhelmspalastes wieder aktuell geworden ist – das Wort.

Die „Deutsche Ubg.Ztg.“ schreibt: Die Schaffung eines Deutschen Luftfahrtmu- seums ist in Anbetracht der großen Verdienste Deutschland um die Entwicklung des Luftschiff- und Flugzeugbaues, zu deren Pionieren Zeppelin und Lilienthal zählen, zu begrüßen. Dennoch glauben wir, in der Verlegung des Museums von Friedrichshafen nach Stuttgart eine Verzettelung der flugtechnischen Sammlungen erblicken zu müssen. Wenn auch Stuttgart zahlreiche persönliche Beziehungen zum Grafen Zeppelin hat und in wirtschaftlicher Beziehung eifrig an der Förderung der deutschen Luftfahrt beteiligt ist, so glauben wir doch, daß es richtiger wäre, die Zeppelinsammlung in der Heimatstadt zu belassen, wohin sicherlich kein geringerer Fremdenstrom fließt als nach der württembergischen Hauptstadt. Ein Teil der persönlichen Erinnerungen an den Grafen und sein Werk, sowie die historische Stätte seiner ersten Leistungen auf dem Gebiete des Luftschiffbaues lassen sich ohnehin nicht von Friedrichshafen wegdenken. Demzufolge wird in Zukunft auch Friedrichshafen eine ganze Reihe denkwürdiger Dokumente aus der Zeit der Anfänge des Luftschiffbaues behalten. Das Ziel, Stuttgart zum Zentralpunkt flugtechnischer Sammlungen zu machen, wird also durch die Verlegung des Museums nicht erreicht.

Was das Berliner Blatt offenbar verhindern will, ist in dem letzten Satz ausge- sprochen: Stuttgart zum Zentralpunkt flugtechnischer Sammlungen zu machen. Wir hoffen, daß dies trotzdem gelingt. Von einer Verzettelung der Sammlungen kann übrigens keine Rede sein. Das Gegenteil ist der Fall, wenn Stuttgart systematisch das Zusammentragen von Erinnerungsstücken anstrebt.

 

20. Dezember 1930 Bericht Deutsches Luftfahrt-Museum Stuttgart

Die am 8.Juli v.Js. In Stuttgart erfolgte Gründung des Deutschen Luftfahrt-Museums fand weit über die daran besonders interessierten Fachkreise hinaus lebhaften Widerhall und freudige Zustimmung in der breiten Öffentlichkeit, Bedarf es doch heute auch wirklich keines besonderen Beweises mehr für den vielseitigen Nutzen, der dem Fachmann sowohl wie jedem nach Vertiefung seines Wissens strebenden Laien aus einem solchen Museum erwächst, das in seiner Gesamtheit das weitverzweigte Gebiet der Luftfahrt in ihrer historischen Entwicklung, ihren physikalischen Grundlagen und ihren zahlreichen Wechselbeziehungen zu Wissenschaft, Technik und Industrie anschaulich übersehen lässt.

Wenn deshalb auch die Bestrebungen, das noch vielfach an zahlreichen Orten zerstreut liegende Museumsmaterial zu sammeln, mit wenig Ausnahmen fast überall dankenswerte Unterstützung fanden, so machte leider die kurz nach der Gründung des Museums einsetzende katastrophale Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage die Hoffnung auf die Möglichkeit eines baldigen Ausbaus des Museums zunichte. Es gelang nicht, die Mittel zu beschaffen und aufzubringen, die für den ersten Ausbau der Museumsräume und ihrer Einrichtung erforderlich gewesen wären. So musste die Haupttätigkeit des vorbereitenden Arbeitsausschusses und der Geschäftsstelle auf die Werbung von Museumsmaterial und die Ausarbeitung der Statuten und der Organisation beschränkt bleiben. Im einzelnen sei hierzu bemerkt:

Das Reichsverkehrs-Ministerium überließ dem Museum das dem Reiche gehörende, bisher von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof verwaltete Flug zeugmaterial, aus dem die wertvollsten Stücke für das Stuttgarter Museum ausgewählt wurden. Diese ausserordentlich umfangreiche und interessante Sammlung, die u.a. 37 Flugzeuge, 106 Motore und zahlreiche Konstruktions-Einzelteile und sonstiges Gerätematerial aller Art enthält, bildet neben den Beständen des „Zeppelin-Museums“ den nach Wert und Umfang gleich bedeutungsvollen Grundstock für den Ausbau des Museums.

Dank dem besonderen Entgegenkommen und der finanziellen Mithilfe der Reichs-bahndirektion, der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und der Luftverkehr Württemberg AG, Stuttgart war es möglich, das gesamte Adlershofer Material in 23 Eisenbahnwagen zunächst nach Böblingen zu verbringen, wo es in einer von der Reichsbahndirektion Stuttgart gemieteten, grossen Halle untergebracht, z.Zt. einge- hend gesichtet, geordnet und nach Massgabe der vorhandenen Mittel aufgefrischt und hergerichtet wird. Bei diesen Arbeiten fanden wir bei der Luftverkehr Württemberg AG besondere Unterstützung. Es besteht Aussicht, dass dieser Teil der Sammlungen bis zum nächsten Frühjahr der öffentlichen Besichtigung zugängig gemacht werden kann, wofür die Lage der Halle, unmittelbar neben dem Flugplatz, an sich überaus günstig ist. Bei der Bedeutung Böblingens als eines viel besuchten Ausflugsortes der Stuttgarter steht zu erwarten, dass der Besuch dieser Sammlung ein sehr reger sein wird.

Unter den gegebenen Verhältnissen wurde von einer Verbringung des seitherigen Zeppelin-Museums nach Stuttgart vorläufig abgesehen. Dies war insbesondere geboten im Hinblick auf die zahlreichen Besucher der Friedrichshafener Werft, die erfahrungsgemäss bei der Besichtigung des Luftschiffes auch ein ganz besonderes Interesse für das auf ihrem Weg liegende Zeppelin-Museum bekunden. Unter den zahlreichen Zuwendungen an das Museum sei auch eine grössere Anzahl von Konstruktionsteilen der inzwischen abgebrochenen „Espria“ – des früheren Delag-luftschiffes „Bodensee“ – hervorgehoben, die das italienische Luftfahrt-Ministerium dem Museum entgegenkommenderweise überlassen hat. Schliesslich möchte noch darauf hingewiesen werden, dass zwischen dem Deutschen Luftfahrt-Museum und der Leitung der Luftfahrt-Sammlung der Stadt Berlin wiederholt Besprechungen stattfanden, bei welchen die Arbeitsgebiete beider Institute zum Zwecke einer gemeinsamen Zusammenarbeit genau festgelegt wurden.

Die Geschäftsstelle des Deutschen Luftfahrt-Museums befindet sich noch weiter beim Luftschiffbau in Friedrichshafen.

Zusammenfassen darf gesagt werden: Wenn auch die augenblicklich Zeitverhältnisse sich unseren Bestrebungen, wie vielen ähnlichen, hemmend und erschwerend entgegen stellten, so wurde trotzdem für das Deutsche Luftfahrt-Museum mehr erreicht, als was unter den gegebenen Umständen möglich erschien. Dies berechtigt durchaus zu der Hoffnung, dass uns auch das kommende Jahr unserem Ziele näherbringt, zu dessen Erreichung wir erneut um die tunlichste Förderung und Unterstützung unserer Bestrebungen durch unsere Herren Ehrenausschuss-Mitglieder ergebenst bitten.

Stuttgart/Friedrichshafen, den 20.Dezember 1930

Dr. Lautenschlager                      Dr. Eckener

23.März 1931 Stuttgarter Neues Tagblatt: Das Luftfahrtmuseum in Stuttgart bleibt

In Stuttgart hat die Meldung, daß ein Deutsches Luftfahrtmuseum für Berlin gesichert sei, starke Beunruhigung hervorgerufen. Eine Berliner Zeitung hat gestern diese Nachricht verbreitet. Mit erheblichen Mitteln privater Stifter soll in der Reichshauptstadt noch im Laufe diese Jahres ein Deutsches Luftfahrtmuseum errichtet werden. Voraussichtlich werde schon im April mit den Bauarbeiten begonnen. Das Gebäude soll auf einem Geländeteil der Nordwestecke des Flugplatzes Tempelhof errichtet werden.

Das Geld für den einstöckigen Bau sei von deutschen und amerikanischen privaten Geldgebern zur Verfügung gestellt worden. Für die Durchführung des Baues werden 1.825.000 Mark benötigt. 175.000 Mark sind für die innere Einrichtung und für die Betriebs führung im ersten Wirtschaftsjahr in Rechnung gestellt worden. Mit Rück- sicht auf die startenden und landenden Flugzeuge wird das Gebäude einstöckig ausgeführt werden. An der Stirnwand wird der Ehrenraum der Luftfahrt zu liegen kommen. Hinter dem Ehrenraum erstreckt sich das eigentliche Museum auf einer Fläche von 7000 Quadratmeter. Bilder, Schriftstücke, Motoren, Modelle von Flugzeugen und Luftschiffen werden die Entwicklung der Luftfahrt zeigen. Im weiteren Teil des Gebäudes werden Restaurationsräume für etwa 1200 Personen geschaffen. Einen Hauptanziehungspunkt für die Restaurationsbetriebe werden die Terrassen bilden, die, von zwei Meter zu sieben Meter aufsteigend, auf dem Dach des Luftfahrtmuseums errichtet werden. Ein besonderer Verein für das Luftfahrtmuseum soll ins Leben gerufen werden. Mit dem Leiter des Luftschiffbaus Zeppelin, Dr. Eckener, sollen Besprechungen stattgefunden haben, um möglicherweise den Inhalt des Zeppelin-Museums in Friedrichshafen dem Luftfahrtmuseum zur Verfügung zu stellen.

Man fragt sich unwillkürlich, wie es nun mit dem Plan des Deutschen Luftfahrt- museums in Stuttgart steht. Sind die Sammlungen und die Mittel für diese Institut gesichert? Wir können mitteile, daß das Projekt zur Schaffung des Deutschen Luftfahrtmuseums in Stuttgart in keiner Weise aufgegeben oder durch den Berliner Plan beeinträchtigt ist. Die Ausführung des Projektes wird verzögert wegen der knappen Mittel, die der Stadt Stuttgart sowie dem Reich und sonstigen zur Beihilfe verpflichteten Stellen zur Verfügung stehen. Wenn von Berlin gemeldet wird, der Inhalt des Zeppelin-Museum in Friedrichshafen werde dem Luftfahrtmuseum in Berlin zur Verfügung gestellt, so ist dieser entgegenzuhalten, daß doch die Stadt Stuttgart Eigentümerin des Zeppelin-Museums in Friedrichshafen ist. Außerdem plant man, wie bekannt, die Erwerbung des umfangreichen wertvollen Flugzeugmaterials, das in Böblingen lagert und derzeit noch Eigentum der Versuchsanstalt für Luftfahrt ist.

Man kann also mit Befriedigung feststellen, daß durch die Pläne, die man angeblich jetzt in Berlin durchführen will, das Deutsche Luftfahrtmuseum in Stuttgart nicht gefährdet ist.

……und so konnte das „Deutsche Luftfahrtmuseum“  in Böblingen trotz aller Widrigkeiten am 13. Juni 1931 eröffnet werden.

Deutsches Luftfahrtmuseum Böblingen

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum - Gebäude LageBöblingen Lage des Museums am Flughafen Stuttgart-Böblingen

In einer Halle an der damaligen Lagerstrasse (jetzige Ensinger Strasse ) am Böblinger Flugplatz aus dem I.WK und danach im Besitz der Deutschen Reichsbahn, war seit der Eröffnung am 13. Juni 1931 bis Mitte 1935 das „Deutsche Luftfahrt-Museum“ untergebracht.

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum - Flugtag mit LZ127 1931-06-28

Kurz nach der Eröffnung besuchte Zeppelin LZ127 am 28.06.1931 Böblingen

Zum Betriebsleiter des Museums war unter Major Palmer der Ingenieur Peter Heinrich Schreurs (derzeitiger Leiter der historischen Luftfahrt-Sammlung e.V. in Berlin) berufen worden. Ihm war zugleich auch der Aufbau und die Ausstattung des Museums zugefallen, mit deren Arbeiten er am 1.Juli 1930 begann. Das Flugmaterial bestand in drei Haupt-entwicklungsabschnitten. Vorkriegs-, Kriegs- und nachkriegszeit. Die interessantesten Austellungsstücke waren natürlich die Maschinen aus der Pionierzeit der Fliegerei. Auf der einen Seite des Raumes befanden sich die deutschen, auf der anderen Seite die „gegnerischen“ Maschinen. Ehrwürdige Veteranen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, deren Namen: Albatros, Jeannin-Taube (Werks-Nr.76) und andere, die heute wie aus weiter Ferne zu uns herüberklingen, sodann die ersten Fokkermaschinen, die Junkers-Stahlkonstruktionen der späteren Kriegsjahre mit ihren motorgekuppelten Maschinen- gewehren, die unsere Jagdstaffeln während des Ersten Weltkriegs lange zeit hindurch so überlgen machten. Noch manche weitere „Berühmtheit“ fand sich in der langen Reihe der Flugzeuge, so insbesondere der Dreidecker von Richthofen, Albatros C IX „Roter Teufel“, sorgfältig bis zur Startbereitschaft aufmontiert, sowie die Maschine Boelckes.

2 Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum innen 1_Blick

3 Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum innen 2_Albatros C IX Richthofen

1 Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum innen 1_Fokker DRI Richthofen

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum Fokker DRI Richthofen (3)

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum Fokker DRI Richthofen (4)Neben den Jagflugzeugen waren in der weiträumigen Halle die Rumpler-Bildflugzeuge mit ihren Reihenbildkameras aufgestellt; weiterhin die für die Bombenabwurf eingerichteten und bei den Feindmächten so gefürchteten Riesenflugzeuge (aus Friedrichshafen und Gotha). Auf der anderen Seite reihten sich die Spads, Bleriots, Nienports, die Kriegs-flugzeuge unserer ehemaligen Gegner.

Außer dem kommpletten Maschinen gab es große Anzahl von Modellen, Flugmotoren, Propellern, Tragflächen und photographischen Apparaten zu sehen und alles, was das Bild für die Besucher abrundete. Das Museum hatte sich stets der Begeisterung der Besucher erfreut und wesentlich dazu beigetragen, die Begeisterung nicht nur den Sachverständigen auf dem Gebiet des Maschinen- und Ingenieurwesens, sondern den weitesten Kreisen der Bevölkerung nahe zu bringen.

4 Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum innen 2_Motorenraum

Schon bei der Eröffnung hatte sich für das Museum regstes Interesse gezeigt. Es war samstags und sonntags zur Besichtigung freigegeben. In den ersten fünf Wochen hatten sich allein schon über 3.500 Besucher eingefunden, oft waren es Vereine und Schulklassen, aber auch viele Einzelpersonen, die auf Ihren Wanderungen Böblingen berührten. Wer das Glück hatte, der Besucher einer runden Zahl zusein – jeder 500. – bekam als Geschenk einen Freiflug in einer Sportmaschine. So konnte im Juni 1932 (das Museum war im Winter 1931/1932 wegen Überholungs- und Instandsetzungsarbeiten geschlossen) der 5.000. Besucher registriert werden und am 5.September 1932 bereits der 10.000. Besucher. Für diesen hatten hatte die Luftverkehr Württemberg AG als besonderen Preis einen Freiflug nach Karlsruhe gestiftet – es war eine junge Dame aus Stuttgart-Berg.

Zu dem reichhaltigen Museumsmaterial war im Februar 1934 Württembergs älteste Flugmaschine von den Gebrüdern Hans und Dr. Karl Vollmöller, Vaihingen/Filder, aus dem Jahre 1908 hinzugekommen. Dieses Flugzeug aus der Vorkriegszeit, wurde erstmals von dem im Weltkrieg gefallenen Hans Vollmöller auf dem Cannstatter Wasen geflogen.

Ein Beweis für das anhaltend großes Interesse der Bevölkerung an dem Museum war das rasche Ansteigen der Besucherziffer.Während noch Anfang Juli 1934 der 15.000 Besucher gezählt wurde, war es Ende August 1934 schon der 20.000. Besucher. Das Museum wurde 1935 nach Berlin verlegt.

Bilder vom Abtransport der Flugzeuge nach Berlin

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum Abtransport Berlin 1935-04-17 5

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum Abtransport Berlin 1935-04-17 1

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum Abtransport Berlin 1935-04-17 4 Fokker Dr1 - Siemens DI - Fokker DV

Fokker Dr1 – Siemens DI – Fokker DV

Böblingen Deutsches Luftfahrt-Museum Abtransport Berlin 1935-04-17 2 ebay

Junkers EI – Hannover CL IIa – AEG CI – Fokker DV

Eine der in Böblingen ausgestellten Flugzeuge war die Jeannin-Stahltaube A.180/14, die heute im Deutschen Technik-Museum in Berlin bewundert werden kann. Sie ist übrigens das einzige noch er­haltene Jeannin-Flugzeug der Welt und das älteste Flugzeug der ganzen Ausstellung. Anfang des I.Weltkriegs wurden die Jeannin Stahltauben zuerst für Aufklärungszwecke gebaut, später wurden die Flüge mit kleinen Bomben und Fliegerpfeilen durchgeführt. Da sie zu langsam und zu schwerfällig waren, schieden die Tauben bis zur Jahresmitte aus dem Fronteinsatz aus. Wahrscheinlich wurde das jetzt noch existierende Flugzeug in Berlin-Johannisthal eingelagert, zum erstenmal ausgestellt erst ab Juli 1931 im „Deutschen-Luftfahrt-Museum“ Böblingen. Nachdem das Museum Mitte 1935 ge­schlossen wurde, kam die Jeannin, zusammen mit der gesamten Sammlung, zur Berliner „Deutschen Luftfahrtsammlung“ am Lehrter Bahnhof, wo sie dann bis Anfang 1943 ausgestellt war.

Jeannin Stahltaube Krakau unrestauriert

in Krakau unrestauriert (falsche Nr. ?

Jeannin Stahltaube Berlin restauriert (9)

im Deutsche Technikmuseum restauriert

 

Aus dem Buch „Flugzeuge mit Geschichte“ – Die Luftfahrtsammlung des Deutschen Technikmuseums Berlin – 2009 – Holger Steinle und Astrid Venn – folgende vorläufige Inventarliste des Deutschen Luftfahrtmuseums in Böblingen 1929-1935