Unglück

… am 27. Juli 1934 stürzte die Curtiss AT-32C Condor (CH-170) ab

Am 27. Juli 1934 steht die Curtiss AT-32C Condor (CH-170) auf dem Flughafen Zürich-Dübendorf vor dem Abflug nach Stuttgart-Böblingen

An Bord befanden sich der Pilot Armin Mühlematter, Radiotelegrafist Daschinger, die Stewardess Fräulein Diener, sowie neun Passagiere – zwei Schweizer und sieben Deutsche.

Armin Mühlematter (frühere Aufnahme vor einer Fokker)
Nelly Diener und Hugo Laubscher, Nelly’s Halbbruder (CH-170)
Berner Zeitung – stellvertretend für unzählige Zeitungsberichte
Noch vier Wochen gab es gewissse Gerüchte über den Absturz

Der Bericht der Swissair zum Geschäftsjahr 1934  zum Unglück und seinen Ursachen: Im abgelaufenen Geschäftsjahre hatte unsere Gesellschaft ihren ersten schweren Flugzeugunfall durch den Absturz der Curtiss-Condor am 27. Juli 1934 bei Tuttlingen zu beklagen. Nach dem Bericht der amtli­chen Untersuchungskommission war die Ursache auf einen versteckten Dauerbruch des Anschlusslappens der beiden rechten vorderen Verspannungsdrähte im Motoreinbau zurückzuführen. Alle Ansprüche aus diesem Unfall sind inzwischen restlos erledigt worden. Der treuen Bordmannschaft, Herrn Armin Mühle­matter – Pilot, Herrn Hans Daschinger –  Bordfunker, Fräulein Nelly Diener, Stewardess, die in Erfüllung ih­rer Pflicht ihr Leben ließen, werden wir stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Zum 75. Jahrestag des Absturzes am 27.07.2009 in der „Schwäbische.de“: Vor 75 Jahren endete der Flug nach Berlin tragisch Der nahezu 90-jährige Max Zepf aus Wurmlingen erinnert sich noch daran. Viele Einzelheiten seien ihm nicht mehr präsent, aber insgesamt sei es für ihn als 14-Jährigen ein eindrückliches Erlebnis gewesen, das unter die Haut gegangen sei, berichtet Zepf. „Der Flieger“ auf der Route von Dübendorf bei Zürich über Böblingen nach Berlin habe damals zum Alltag in Wurmlingen gehört. Man habe fast die Uhr danach stellen können, so präzise habe dieser immer werk­tags seinen Flugplan eingehalten, erinnert sich der Zeitzeuge. Am Unglückstag habe es jedoch „einen Knall getan“ und die Maschine sei abgestürzt. Mit dem Fahrrad sei er dann gleich die „Staig“ hinauf gefah­ren und nach einem Defekt zu Fuß weiter gegangen. So sei er mit einer der Ersten am Unglücksort gewe­sen. Die Trümmer des Flugzeuges seien weit verstreut worden. Einer der Motoren habe ein ganzes Stück weg vom Rumpf der Maschine eingeschlagen. Er habe später noch miterlebt, wie die Toten geborgen worden seien. Die Polizei sei ebenfalls schnell da gewesen und habe die Schaulustigen zurückgeschickt, erinnert sich Max Zepf. Grund für den Absturz der schweizerischen Verkehrsmaschine sei ein „Tragflächenbruch“ gewesen, steht auf der Tafel des Gedenk­steins am Wanderweg nach Russberg. Symbolhaft dafür ist sicher auch die darunter angelehnte „Installation“ mit einem Christuskorpus: Der linke seiner ausgestreckten Arme ist abgebrochen und mit einem dür­ren Zweig notdürftig wieder angebracht worden. Der rechte Arm fehlt ganz und ist durch diesen Zweig er­setzt. Rechte Tragflächen brachen ab. Tatsächlich sind bei dem Flugzeug – einem Doppeldecker – in der Luft die rechten Tragflächen abgebrochen, wie es Autor Richard Leute im Jahrbuch 1993 der Tuttlinger Heimatblätter beschreibt. Als Ursache sei Materialermüdung ermittelt worden: Ein „versteckter Dauerbruch“ eines sogenannten Anschlusslappens der beiden rechten vorderen Verspannungsdrähte im Moto­reneinbau zwischen den Tragflächen der Doppeldeckermaschine. Wohl durch die extreme Belastung in ei­ner Bö brach dieser „Lappen“ vollends durch und verursachte den Riss weiterer Spanndrähte. Die Maschi­ne war damit nicht mehr flugfähig und stürzte ab. „Swissair CH-170“ hatte am Unglückstag gegen 9.45 Uhr Tuttlingen überflogen und war danach in einer Wolke über dem „Kapf“ verschwunden. Zeugen beobachte­ten kurz darauf, wie Bruchstücke der Maschine nach unten stürzten und im Wald einschlugen. Die Trüm­mer waren dort weit verstreut. Einer der beiden Motoren lag neben dem Rumpf der Maschine, der andere gut 50 Meter davon entfernt, so die Beschreibung von Richard Leute. Einwohnern von Russberg und Bee­rensammlern sei es gelungen, den Flugzeugrumpf so weit zu drehen, dass man an die eingeklemmten Körper herankonnte. Allerdings war keine Hilfe mehr möglich: Die neun Fluggäste, der Pilot, der Bordfun­ker und die Flugbegleiterin Nelly Hedwig Diener, die erste Stewardess Europas, waren bei dem Aufprall getötet worden.


tuttlingen-im-wald-truemmer-und-personen-1934-f_Die Unglücksstelle

Gedenkstein

Am Unglückstag war Oettinger beim Beeren sammeln in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle. Zeitlebens hat er sich um die Pflege der Gedenk­stätte gekümmert. Weshalb auf der Tafel als Uhrzeit des Absturzes 16 Uhr angegeben ist, bleibt offen. Alle anderen Quellen berichten von einem Absturz am Vormittag gegen 10, das entspricht auch dem Flugplan.

Absturzstelle

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